Menu
 
Baugeschichte

1212
Der Klarissenorden wird von Klara von Assisi gegründet.

1283
Markgraf Dietrich IV. stiftet auf Veranlassung seiner Tochter Sophie in Anlehnung an die Nikolaikapelle der „Altstadt“/Tauchlitz (an der heutigen Ecke Naumburger Str./Waltherstr.) das Nonnenkloster St. Klara.

1285
Am 4. Oktober (Namenstag Franz von Assisis) ist das Sankt- Klaren- Nonnenkloster vermutlich geweiht und bezogen worden. Es besteht an dieser Stelle 16 Jahre.

1291
Tod des kinderlosen Markgrafen Friedrich (Tuta). Er wird in der Kirche des Klaren- Klosters beigesetzt. Seine hölzerne Plastik, deren Kopf fehlt, befindet sich in der Sammlung des Weißenfelser Museums.

1293
Die Pfarrkirche in Weißenfels (Marienkirche) mit all ihren Einkünften wird dem Klaren- Kloster übergeben. Über Grundbesitz und Einnahmen verfügt das Kloster u. a. in Markranstädt, Hohenmölsen, Selau, Weißenfels, später auch Stößen und Leipzig.

1300
Entsteht das Zinsregister des Weißenfelser Klaren- Klosters als bedeutendes Dokument und regionalgeschichtlich wertvolle Quelle.

1301
Das Klaren- Kloster wird wegen seiner unsicheren Lage außerhalb der Stadtmauern in die neue (innere) Stadt verlegt (Einzug 2.Juli 1301), an die Stelle, wo sich das Klostergebäude heute noch befindet. Die Markgräfin Helene ging ganz im Klosterleben auf. Vor dem Kloster hatte sie einen Hof mit Turm bauen lassen, von dem, wie es scheint, ein verdeckter Gang in die Kirche führte.

1341
Wird zum ersten Mal eine Schule in Weißenfels erwähnt; das Klaren- Kloster stiftet ein Haus (vermutlich Marienstraße 1a) zur Errichtung einer Knabenschule „am Friedhof“. Dieser ist damals das Gelände um die Stadtkirche.

1350
Abfassung der legendären gefärbten Chronik des Klaren- Klosters (Schwesternbuch).

1500
Der Um- und Neubau durch Euphemia von Plausig wird beendet. (Umlaufende Inschrift in einer Säule des Kapitelsaals). Der große Raum in der NW-Ecke des Klosters dient als Refektorium (Speisesaal).

1535
Tritt das Klaren- Kloster die Patronatsrechte über Kirchen und Schulen in Weißenfels an den Rat der Stadt ab.

1540
Die zweite Kirchenvisitation in Weißenfels: Die Klöster werden geschlossen (Säkularisation), ebenso auch die Kapellen der Stadt. Euphemia von Plausig bleibt mit fünf Jungfrauen dem katholischen Glauben treu und sie müssen das Kloster verlassen. Margarete von Watzdorf bleibt mit zwölf Jungfrauen im Kloster und tritt dem evangelischen Glauben bei.

1547
Nach der Reformation diente die Kirche als Steinbruch. Große Teile der Klosterkirche werden niedergerissen.Im Schmalkaldischen Krieg werden die Steine zur Verstärkung der Stadtmauern benutzt. Es werden sogar Steine nach Leipzig gebracht, um dort zur Ausbesserung der Pleißenburg benutzt zu werden. Nach dem Krieg: Margarete von Watzdorf setzt den Wiederaufbau der Kirche durch.

1560
Mit dem Wiederaufbau der z. T. niedergerissenen Klosterkirche wird  begonnen, der Bau kann bis Herbst des nächsten Jahres fertiggestellt werden. Durch  Äbtissin Margarete von Watzdorf wird die Kirche nach Osten vergrößert und mit Schiefer eingedeckt.

1564
Erwirbt der Rat der Stadt die Pfeffermühle, die zum früheren Besitz des Klaren- Klosters gehörte.

1570
31.Mai: Tod der letzten Äbtissin des Klaren- Klosters, Margarete von Watzdorf. Ihr Grabstein ist im Kreuzgang des ehemaligen Klosters erhalten.

1578
Wird die Gerichtbarkeit über das Klaren- Kloster dem Amt Weißenfels übertragen.

1580
Auflösung des Klosters.

1592
Antrag von Stadtrat und Bürgerschaft auf Erweiterung der Kirche. Der Rat sucht vergeblich bei der Regierung um Überlassung der Klosterkirche nach.

1598
Die Klosterkirche darf baulich erweitert werden, aber ein Besitzwechsel derselben an die Stadt wird nicht zugestanden.

1599
Nach SO zur Klostergasse hin wird eine Tür eingebaut und eine Jahreszahl aufgebracht.

1602
23.September: Kurfürst Christian II. erteilt seine Erlaubnis zur Erweiterung der Kirche. Die Klosterkirche wird der Stadt überlassen gegen die Verpflichtung, sie baulich instand zu halten.

1604
18.September: Der Stadtrat muß sich verpflichten, die Klosterkirche in ihrem Wesen zu erhalten und den Erhalt mit finanziellen Mitteln zu unterstützen.

1606
Wird ein Teil des zum Klaren- Kloster gehörigen Grundbesitzes an den Landrentmeister Johan Meißner und den Amtsvoigt von Wolfendorf verpachtet.

1617
Amtsgeleitmann Johannes Behrisch erwirbt für 2400 Meißner Gulden sämtliche Gebäude und die Gärten des Klosters.

1664
1.November: Gründung des „Gymnasium illustre Augusteum“, einer Art von Hochschule. Es findet Unterkunft im östlichen Gebäudeteil des ehemaligen Klosters. Der erste Rektor ist Johann Schieferdecker.

1668
Am 4. Februar erwirbt Herzog Augustus (1656-1680) das gesamte Kloster für 4500 Taler von den Erben Johannes Behrischs.

1670
Erneute Erweiterung der Kirche nach Süden um etliche Ellen, mit Jahreszahl des Bauabschnitts versehen.

1674
Als in die Stadtkirche eine neue Kanzel eingebaut wird, kommt die alte in die Klosterkirche.

1678
In der Klosterkirche wird eine Holztonne vom Zimmermann Michael Hatten in 14 Wochen erbaut.

1679
Beendigung der im Jahre 1678 begonnenen Malerarbeiten am Holz- Tonnengewölbe der Klosterkirche. Der alte Nonnenchor wird aus der Kirche entfernt und durch den neuen Orgelchor ersetzt. Dort wird die 1639 aus der Stadt- in die Klosterkirche transferierte Orgel aufgestellt.

1681
Einweihung des Orgelchores

1705
Der ehemalige Viehhof des Klosters geht in herzoglichen Besitz über, das Hauptgebäude wird um eine Etage aufgestockt und zur Wohnung des Oberhofjägermeisters eingerichtet, daher lange Zeit „Jägerhof“ genannt.

1736
Markt und Klosterstraße werden gepflastert.

1770
Auf Anordnung der kurfürstlichen Regierung wird im ehemaligen Klaren- Kloster ein Zucht- und Waisenhaus eingerichtet.

1785
Bis 1800 entwickelt sich unter Friedrich Severin die Gymnasialdruckerei im ehemaligen Klaren- Kloster zur bedeutendsten Thüringens.

1793
30.November: Das Gymnasium illustre Augusteum wird geschlossen und als Lehrerseminar neu eröffnet.

1810
8.Januar: Plan zur Umnutzung der Klosterkirche in ein Magazin, Bauanschlag für 1240 Taler

1827
28.Februar: Reparaturen am Dachstuhl der Klosterkirche werden aus der Kommunalkasse bezahlt.
1.Juli: Bauvertrag mit Maurermeister Carl Friedrich Irmer über Reparaturen am Lehrerseminar in Höhe von 238 Taler. Die Königliche Regierung zu Merseburg trägt die Kosten.

1828
28.Februar: Seminardirektor Dr. Harnisch will im Klostergarten ein Lokal einrichten, da dieser ungenutzt ist.
11.Mai: Der Königliche Bauinspektor Schmid sagt der Begutachtung der Entwürfe zur Neueinrichtung des Klosters für die Seminarnutzung zu.
27.Juni: Maurermeister Carl Friedrich Irmer erhält den Auftrag für die Instandsetzung der Befestigungsmauern am Seminargarten.

1829
4.Juli: Zimmermeister August Wiehle erhält von Bauinspektor Schmid den Auftrag zu Reparaturen am Dachstuhl der Klosterkirche.

1830
12.August: Zimmermeister Wiehle erhält den Auftrag zu Reparaturen am Seminargebäude.

1838
16.Dezember: Die Königliche Regierung sagt einen Betrag von 3500 Talern für Reparaturen am Seminargebäude zu. Ausgezahlt soll dieser erst werden, nachdem klar ist, wie der restliche Teil der 6400 Taler teuren Reparaturen finanziert wird.

1840
In der Klosterkirche befanden sich einst vier Altäre:
Hauptaltar: – Befindet sich noch in der Kirche
Nebenaltäre:
– Einer kam nach dem Tod der letzten Äbtissin 1593 in die Kirche zu Rössuln.
– Der schönste wurde 1594 nach Dehlitz a. d. Saale verschenkt.
– Der dritte kam 1619 als Geschenk in die Klosterkirche nach Goseck.

In den Türmen hing eine hell klingende, nicht allzu große Glocke mit Bildern und der Inschrift: o reX gLorae Venl CVM paCe (1272 gegossen). Auf dem zweiten Turm ist noch der Glockenstuhl vorhanden. Ehemals soll sich dort eine Betglocke aus Silber befunden haben. Im Inneren der Kirche hingen mehrere Bilder und neben dem Altar stand eine hölzerne Bildsäule.

1874
Kostenanschlag für die Rekonstruktion der Kirche St. Klara in Weißenfels für 14.650 Mark
28.September: Bauinspektor Heidelberg wird beauftragt, im Seminargebäude eine Wohnung für den designierten Seminarleiter Stahn einzurichten.

1877
22.März: Königlicher Bauinspektor Heidelberg ist dafür, die Klosterkirche abzureißen und mit dem Material eine Halle für 800 Personen zu errichten. Der Vorschlag wird geprüft.
25.September: Der Abbruch des Daches, der Balkendecken und der Holzbühnen der heiligen Klosterkirche wird im Gasthof zum Rautenkranz öffentlich versteigert. (Anzeige im Weißenfelser Kreisblatt)

1878
30.Januar: Die Kirchenmauern werden zum Abbruch freigegeben. Grabstätten von königlichen und geistlichen Würdenträgern sollen jedoch erhalten bleiben, bis weitere Informationen ergehen. Geborgenes wieder verwendbares Baumaterial(Steine) soll gelagert werden.
27.August: Erlass der Königlichen Regierung zu Weißenfels: Alle beim Abbruch der Kirche St. Klara vorgefundenen Gegenstände (Bilder etc.) sollen in die Marktkirche gebracht werden.

1879
Kostenschätzung über den Ausbau der Klara-Kirche zu Weißenfels zur Nutzung als Bibliothek und Appartment-Zimmer und einer Wohnung für den  Musiklehrer des Königl. Seminars: 243.249 Taler

1880
22.Mai: Bauvertrag zum Bau einer Musikschule im Lehrerseminar für 70.000 Mark

1882
Pläne zum Bau einer Turnhalle im Seminargarten zu Weißenfels

1884
Abbruch des gotischen Ostchors der ehemaligen Klosterkirche, Wiederaufbau als Begräbniskapelle auf dem Friedhof III.

1886
Die Klosterkirche wird abgebrochen. Zu dieser Zeit war sie nur noch eine Ruine.

1889
Um ein Verkehrshindernis zu beseitigen und die Saalstraße in gerader Linie nach Süden nach der Nikolaistraße weiterzuführen, werden einige Gebäude des ehemaligen Klosters abgebrochen.

1908
14.Juli: R. Beisner teilt mit, dass ihm bekannt geworden sei, dass man Zwischendecken einziehen wolle, in einzelne Räume des Klosters.
1.Oktober: Die Baulichkeiten und die Gärten des Klosters gehen in städtischen Besitz über. Als das Seminar umzieht, wird das Klostergrundstück aufgeteilt. Die Stadtverwaltung hatte es erworben, um zwei wichtige Verbindungsstraßen zwischen Altstadt und Beuditzviertel durch es hindurchzuführen. Im ehemaligen Direktorialgebäude der Herzogzeit, 1705 als Jägerhaus erbaut, wurden Wohnungen für Stadt- und Krankenhausarzt eingerichtet. Daran anschließend befinden sich die ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Klosters mit ehemals zwei runden Ecktürmen, von denen nur einer erhalten blieb.
1.Oktober: Besichtigung des Klosters mit R. Beisner und Engelbrecht (Reg. Assenar): „Ersterer will zunächst weiter in den Forderungen auf Erhaltung der Baugruppe gehen als das Rekonst. oder Gutachten, nur auf der Nordseite event. einen schmalen Steifen opfern, dagegen auf der Ostseite die alte Flucht bestehen lassen, ev. den Bürgersteig durch eine anzulegende Laube führen. Danach habe ich mit Prof. Schröter- Weißenfels und Prof. Dr. Neumann gesprochen, ersterer sagte mir, daß in der Stadtverwaltung Stimmung dafür sei, das ganze zu erhalten. Es werden sich viele Zwecke finden, welchen das Gebäude dienen kann. (Museum, Vereine, ev. einige Wohnungen!)  Am Donnerstag d. 5ten soll auf Bahnhof Weißenfels eine Besprechung (7:31 Uhr) mit Schröter und einigen Herren (Rechtsanwalt Junge) stattfinden. R. Beisner  wird voraussichtlich daran teilnehmen.“

1909
Kapitelsaal: „(…) Der quadratische Raum schließt sich unmittelbar an den westlichen Giebel der Kirche an und war mit dieser durch eine der oben erwähnten Türen (2 gotische Türen aus der Zeit von 1510-1540) verbunden. (…)“
Vier kapitellose Säulen tragen Kreuzgewölbe, deren Rippen ohne Kämpfer aus den Enden des Raumes aufsteigen. Die Inschrift in Augenhöhe auf einer der Säulen im Kapitelsaal lautet:
(obere Zeile:) An (anno?)  cccccm rlr (=1519)
(untere Zeile:) dann (domina) enfemia planich (? g)

Die Inschrift weist gotische Minuskel auf in z.T. sehr verstümmelter Form und mit vielen Ausfüllzeichen.

Die Einteilung der anderen Räume im Erdgeschoß war früher anders, es gab nur zwei Räume zwischen dem Kapitelsaal und dem Refektorium.

Im ersten Obergeschoß befindet sich ein wahrscheinlich romanischer Säulenrest und eine alte Decke aus der Renaissancezeit. Die Bemalung, die von Fa. Ruck vor Jahren erneuert wurde, ist aus der Elisabethanischen Renaissance. Daraus folgt, daß die Decke wahrscheinlich aus der Zeit von Herzogin Sidonie stammt.

Beim Umbau des Klosters zum Zucht- und Waisenhaus wurden die Schüttböden ausgebaut und die auffallend hohen Dächer errichtet, der alte Klosterbau ist davon jedoch verschont geblieben.

Der westliche Klosterteil mit zwei Ecktürmen, die nach alten Plänen ein Tor Geschützt haben, diente dem Kloster als Wirtschaftshof. Die Mauer, die sich hier entlangzieht, läßt einen Wehrgang mit Nischen für Schießscharten erkennen. Als Hauptschutz diente allerdings ein Bach, der vor dem Kloster entlang fließt.

13.Oktober: Gutachter untersucht Malereien im Klaren- Kloster (beauftragt vom königlichen Regierungspräsidenten Merseburg am 29. September 1909).
18.Oktober: Kostenvoranschlag für die Wiederherstellung der alten aufgefundenen Malereien eines Verwaltungszimmers im Kloster: 308 Mark.
20.Oktober: Fa. Ruck & Söhne (Maler) bewirbt sich beim königlichen Landesbaurat Heidke um den Auftrag die Malereien zu rekonstruieren.
23.Oktober: In einem Raum des Klosters sind an den Kreuzgewölben gut erhaltene Ornamentarbeiten aus gotischer Zeit aufgefunden worden.
27.Oktober: Bewilligung der Erneuerung der gefundenen Ornamente für 150 Mark durch Kunstmaler Braue aus Halle/Saale.
November: Beschluss zur Errichtung des Städtischen Museums im Kloster.

1910
14.Januar: Auftragserteilung für die Wiederherstellung der Malereien des Verwaltungszimmers an Fa. Ruck & Söhne.
19.Januar: Fa. Ruck wird aufgefordert, die Arbeiten an den Malereien bis zum 20. Januar einzustellen.
15.Februar: Fa. Ruck nimmt Arbeiten wieder auf.
7.April: Die Arbeiten an den Malereien sind beendet, ein Gutachter wird beauftragt.
15.Mai: Erster Bürgermeister von Weißenfels bittet Provinzialkonservator um finanzielle Unterstützung zur Erneuerung der Nordseite des Klosters, des Innenhofes (Kosten mindestens 3000 Mark).
11.Dezember: Feierliche Eröffnung des Städtischen Museums im ehemaligen Kloster durch de Oberbürgermeister Daehn (dort bis 1950); außerdem befinden sich nun Räume der Stadtverwaltung, das Archiv und die Stadtbibliothek im Kloster.

1911
22.Februar: Sitzung der Provinzialdenkmälerkommission: „Die Versammlung nahm von der Mitteilung über die jetzige Verwendung der alten Klaren- Klosterbaulichkeiten in Weißenfels und über die bestehenden Pläne zur Wiederherrichtung des Kreuzganges u.s.w. Kenntnis.“

7.Juli: Weißenfelser Tageblatt: „Wiederherstellung des Kreuzganges im Stadthause (Altes Seminar)
Berichterstatter Stadtverwaltungsvorsteher Kuntze:
Der Vorstand des Verschönerungsvereins teilt dem Magistrat in einem Schreiben mit, daß der Verein für die Errichtung gärtnerischer Anlagen und eines Brunnens im Klosterhofe des Stadthauses und Anlagenim Vorhofe nach dem Klostergarten zu 7000 Mark bewilligt habe in der Voraussetzung, daß die Stadt den alten Kreuzgang seiner kunstgeschichtlichen Bedeutung entsprechend wieder herstellen läßt.“

Gartenarchitekten: Röthe- Bonn

„Die Kosten für den Umbau durch die Stadt betragen 6400 Mark, wovon 3200 Mark auf den sowieso nötigenAbputz der Wände im Klosterhof entfallen. Die Summe von 6400 Mark wird ohne Debatte bewilligt.“

1912
31.Juli: Ausschreibung für die Arbeiten zur Herrichtung des Kreuzganges.
8.Dezember: Für die Hausteinteile ist weißer Mainsandstein verwandt worden. Der Verschönerungsverein hat von der Errichtung eines Brunnens im Klosterhof Abstand genommen.

1913
4.August: „Das Gebäude Jüdenstraße 21 wird zur Zeit abgebrochen, um einem Neubau Platz zu machen. Das Haus besitzt ein altes, schönes Portal aus der Renaissancezeit, das, um es vor dem Untergang zu retten, von der Stadt erworben wurden ist. Es bietet sich die Möglichkeit, dasselbe in das alte Stadthaus wieder einzubauen“ – Kosten etwa 300 Mark.

1914
Vom Einbau des alten Portals Jüdenstraße 21 wird abgesehen.

1946
29.November: Aus einem Brief an den Provinzialkonservator von Erich Haase- W.:

„In Weißenfels wird das Klaren- Kloster, das unter Ihrem Schutze steht, durch den Einbau einer Autogarage der Polizei verschandelt. Da gegenüber des Klosters ein geeigneter Bauplatz vorhanden ist, sehe ich diese Bauerei als einen Akt der Willkür an und bitte sie daher um ihre Stellungnahme, zumal der Bauschein vom Weißenfelser Stadtbauamt erteilt worden ist, ohne Sie und das Prov.- Bauamt zu benachrichtigen.“
9.Dezember: Vorerst Baustop für die Garage der Volkspolizei, da keine Bauzeichnungen und Baugenehmigung vorhanden.

1947
8.September: Mit dem Bau der Garage auf dem Hof des Klaren- Klosters ist die Schönheit des Hofes zerstört worden. Daraus folgt, daß der Altzustand wiederherzustellen ist: „Sie haben sich bereit erklärt, die Garage abzureißen im Augenblick, in dem Ihnen das Schloß Weißenfels, das z.Zt. von Umsiedlern stark belegt ist, frei wird und Ihnen wieder zur Verfügung steht. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Garage geduldet mit der Bedingung, daß gegen den Resthof an Ende der Garage eine Abschlussmauer mit Pforte, möglichst aus den gleichen Natursteinen, aus denen die Klostermauern bestehen,zu errichten ist. (…) Der Rest des ersten Klosterhofes ist aufzuräumen und würdig zu gestalten. (…)“

1950
Im Frühjahr zieht das Museum vom Kloster in das Gebäude Langendorfer Straße 33, das ehemalige Klaren-Kloster wird dem Volkspolizeikreisamt nun ganz zur Nutzung übergeben.

7.Mai: Aus einem Bericht des Kulturpflegers Schulz:

Oberpolizeirat Wildgrube dringt auf den Auszug des städtischen Museums und nahm bauliche Veränderungenvor, die, außer einem Türdurchbruch im nördlichen Kreuzgangteil im Hause, lediglich in der Entfernung der alten Zumauerungen bestehen.

Der Schwedenstein ist beim Bau der Autogarage um etwa 3 Meter versetzt worden.

Der Klosterhof soll wieder mit Grün versehen, der Springbrunnen wieder in Gang gebracht werden.

Der Umbau soll in wenigen Wochen beendet sei.

31.Mai: Beschaffung erforderlicher Dachsteine örtlicherseits nicht möglich- also Antrag an Hauptabteilung Aufbau.
13.Juni: Der Landeskonservator Sachsen- Anhalts an die Landesregierung Sachsen- Anhalt: „(…) seit 2 Jahren tritt die VP- Verwaltung, (…) sie bei der Instandsetzung ihres Dienstgebäudes, des ehemaligen Klaren- Klosters zu unterstützen. (…) kleinere Baumaßnahmen konnten durch eigene Initiative der VP selbst durchgeführt werden. Ich befürworte deshalb den Antrag der Stadt Weißenfels auf Zuweisung des erforderlichen Materials (…) gestatte mir (…) darauf hinzuweisen, daß der in Frage stehende Gebäudeteil mit seinem Vorhof weitere Bedeutung besitzt, durch den von Schweden viel besuchten Schwedenstein über den Eingeweiden Gustav Adolfs.“

8.September: Der Neue Weg (Zeitschrift): „Volkspolizeirat Wildgrube aber ging mit seinen Männern daran, das alte Kloster wohnlich herzurichten. Dabei wurden alle darin befindlichen Kulturwerke mit größter Sorgfalt behandelt und, wo es sich machen ließ, auch wieder aufgefrischt. (…) Dort, wo das überbaute Tor den Klostergarten von der Straße abschließt, war früher die Klosterkirche, die 1882 beim Bau der neuen Straße abgebrochen wurde. Den Chor davon baute man damals auf dem städtischen Friedhof als Begräbniskapelle wieder auf, aber die Räume des alten Mittelschiffs und des `Nonnenchores` auf der Westseite stehen noch, sie umrahmen den kleinen Klostergarten. Nach der Auflösung des Klosters 1580 benutzte man die jetzt verschwundene Kirche für den evangelischen Gottesdienst. Hier wurden nach der Schlacht bei Lützen auch die Eingeweide Gustav Adolfs-  nach der Legende unter dem Altar- begraben, während man das Herz des Königs unter der Kanzel der Stadtkirche beisetzte. Das war am 8. November 1632, wie der Chronist berichtet. Beim Abbruch der Klosterkirche setzte man an die Stelle des Altars einen Stein mit den Zeichen.

G A 1632

Lange stand der Stein pietätlos in einer Ecke (…) Aber jetzt, bei der Neuherrichtung des Klostergartens, nahm man sich seiner wieder an. An der Südwand des ehemaligen Mittelschiffs, gerade vor einem zugemauerten gotischen Fenster, zwischen 2 hohen Ulmen, wurde er in einem 1,5 Meter breiten Unterbau aus Feldsteinen. Er ist mit diesem zusammen gerade 1 Meter hoch. (…) So hat der Stein einen würdigen Platz gefunden, gerade gegenüber dem Durchgang beim alten Kreuzgang. Der alte Kreuzgang ist auch noch so ein Schmerzenskind der Denkmalpflege. In seinem südl. Teile lehnen noch einige Grabplatten an der Wand, von denen die der letzten Äbtissin Margarethev. Watzdorf (gest. 1570) und des Stadtschreibers Christoph Färber (gest. 1636) am bekanntesten sind. Im Gegensatz zu anderen Klosteranlagen befindet sich der Kreuzgang an der Nordseite der Klosterkirche. (Kreuzgänge liegen sonst immer südl. der Klosterkirche.) (…) In Weißenfels wurde durch Kriegseinwirkungen das Dach des Kreuzganges weggenommen; Holzwerk und Gewölbe sind nun schon jahrelang den Witterungseinflüssen ausgesetzt. Von den Gewölbekappen ist schon überall der Putz abgefallen und es zeigen sich bedenkliche Risse, die im Winter durch Wasser und Frost noch schlimmer werden, so daß mit der baldigen Zerstörung des südlichen Kreuzgangteiles zu rechnen wäre. Aus dieser Erkenntnis heraus sind Handwerker jetzt dabei, auch den alten Kreuzgang wieder in Ordnung zu bringen. Das Sparrenwerk steht bereits, es fehlen nur einige Dachlatten, und man wartet noch auf die Ziegel, damit er vor dem Winter wieder unter die Haube kommt.  W.Z.“

1951
„Wir geben Ihnen hiermit zur Kenntnis, daß die Eindeckungsarbeiten des noch vorhandenen Kreuzgangflügelsim ehem. Klaren-Kloster abgeschlossen sind.“

Quellenverzeichnis:

Stadtarchiv Weißenfels:

Kirchen und Schulchronik 1840 „Cap. XIII.- Klosterkirche“ (W K6)
Stadtkirche zu Weißenfels 1903 „Zeittafel der denkwürdigen Begebenheiten und Schicksale der Kirche“ (W K8)
Geschichte von Weißenfels 1907 „Das Clarenkloster von St. Niclas“ von Pastor Friedrich Gerhardt (W Ch1)
Heimatkalender Weißenfels 1909 „Was das Weißenfelser Klarenkloster erlebt hat.“ (SM/Z 9/1)
Die Heimat vom 7. Juni 1926 „Zur Geschichte des ehemaligen St. Klaren- Klosters in Weißenfels“ (SM/Z 11/1)
Weißenfels in Wort und Bild 1930 „V. Das Nonnenkloster St. Klara“ von Paul Thieme (W Ch8b)
„Zur Geschichte des Gymnasium illustre Augusteum zu Weißenfels (Saale)“ von Dr. Arno Riede (Akademischer Verlag Halle- 1937) (W Sch 10)
Heimatbote 1958 „Das Weißenfelser Lehrerseminar“ von S. Thielitz (SM/Z 4/4)

Landesarchiv Merseburg:

Rep. C48 II a Nr. 3564 III „Schullehrerseminar zu Weißenfels 1827-1879“
Rep. C48 II a Nr. 3564 IV „Schullehrerseminar zu Weißenfels 1879“
Rep. C48 II b Nr. 1439 II
Rep. C55 Zeitz Nr. 555
Rep. C55 Zeitz Nr. 557 “Kostenanschlag zur Rekonstruktion der Kirche zu St. Clara in Weißenfels 1874“
Rep. C55 Zeitz Nr. 558 „Königl. Bau-Inspektion Weißenfels betr. Die Clarenkirche in Weißenfels“
Rep. C55 Zeitz Nr. 559 „Inventarium des Schullehrer-Seminares zu Weißenfels 1806-1870“
Rep. C55 Zeitz Nr. 560 „Baulichkeiten am Königl. Schullehrerseminar zu Weißenfels 1853-1869)
Rep. C55 Zeitz Nr. 561 „Gebäudeeinrichtungs-Inventar“

Landesarchiv Magdeburg, Außenstelle Wernigerode:

Landesarchiv Magdeburg- LHA- Rep. D Weißenfels

Landesamt für Denkmalpflege Halle:

Stadtchronik Weißenfels (Weißenfels 1980)
„Die Heimat“ Folge II 1936-1937
„Die Geschichte von Weißenfels“ von Friedrich Gerhardt
Zeitschrift „Der Neue Weg“ vom 08. September 1950

* *